1 Jahr Obfrau Sandra – Ihre Visionen & Ziele -Teil 2/2

Blasmusik Wien Obfrau

Das Große Interview – Teil 2

Es geht weiter! Wir dürfen euch den zweiten Teil des großen Interviews mit unserer Obfrau Sandra präsentieren. Viel Vergnügen beim Lesen.

8) Was unterscheidet euch zu anderen Kapellen in Wien?

Wir sind eine der größten Blasmusikvereine in Wien. Wir veranstalten die meisten vereinseigenen Veranstaltungen (Faschingsball, Sommerfest, Jahreskonzert, Adventklänge) und sind die Kapelle, die mit am meisten ausrückt (siehe Website). Unseren Verein gibt es jetzt seit 71 Jahren und wir haben immer noch Gründungsmitglieder, die mit musizieren! (Im Seniorenorchester) Diese sind übrigens auch unsere Ehrenmitglieder. Wir haben 3 Orchester in einem Verein: Jugend, die Großen und ein Seniorenorchester. Auf das Seniorenorchester sind wir besonders stolz, weil das in Wien einzigartig ist! Kein Musiker wird bei uns „ausrangiert“, sondern ist (hart gesagt) von Anfang bis zum Ende dabei.

9) Was rätst du jemanden, der sich dafür interessiert ein Instrument für die Blasmusik zu erlernen?

Habe Geduld. Habe Motivation. Und habe Spaß! Es ist etwas ganz Besonderes, in einem Orchester mitzuspielen. Nichts stärkt einen Zusammenhalt mehr als gemeinsam Musik zu machen. Ich spiele nebenbei auch noch in einem Saxophon-Quartett und singe in einer Band und egal was es ist: Musik verbindet!

10) Für welches Instrument schlägt dein Herz?

Ich habe in meinem 27-jährigen Leben schon einige Instrumente gelernt und gespielt, aber mein Herz wird immer für das Alt-Saxophon schlagen. Als ich es damals zum ersten Mal in der Hand gehalten und reingeblasen hab, hat es mich verzaubert – da hat es einfach Klick gemacht. Ich spiele aber auch leidenschaftlich gerne das Baßflügelhorn – gerade bei der traditionellen Blasmusik ist das für mich das weichste und schönste Instrument überhaupt.

11) Wie bist du zur Blasmusik gekommen?

Ich habe im Kindergarten Melodika und in der Volksschule begonnen Blockflöte zu lernen. Irgendwann hat mich meine Mutter zum Unterricht bei einer Schwester geschickt in Kagran, die im Probelokal von der Blasmusik unterrichtet hat (sie hat immer einen Wellensittich im Käfig mitgehabt – haha) Dort hat mich dann einmal Ursi angesprochen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte Querflöte zu spielen. Na klar! War da nur meine Antwort. Sofort durfte ich bei ihr mit den Stunden beginnen. 2000 habe ich dann im damaligen Jugendorchester begonnen und war auf den Jugendseminaren mit. Es war einfach genial auch neben der Schule so viele gleichaltrige und auch ältere kennen lernen zu können.

12) Wer sind die wichtigsten Personen im Verein für dich?

Wie bereits vorhin erwähnt ist Ursi seit Beginn meiner Blasmusik-Karriere meine Bezugsperson. Auch heute noch unterstützt sie mich (meistens im Falk nach der Probe – haha) mit wichtigen Ratschlägen. Sie kennt mich seit ich ein Kind bin und weiß genau wie man mit mir umgehen muss. Toni, einer unserer ältersten Musikanten ist durch die Musik und den Unterricht auf der Zugposaune bei ihm mein Ersatz-Opa geworden. Ich war früher sehr oft bei ihm und wir haben uns nicht nur über die Musik unterhalten. Er hat immer in mir etwas Großes gesehen und dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Meine Vorstandsmitglieder nicht zu vergessen. Ohne sie wären wir nicht da wo wir sind. Besonders Julian, unser Kassier, steht mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Auch wir unterhalten uns oft lange im Falk – und reden auch gerne mal privat, was ja auch dazu gehören soll! Und natürlich gibt es den ein oder anderen Musiker mit dem ich mich sehr gut verstehe und die auch in jeder Lebenslage da für mich sind. So ist das halt in einer Familie.

13) Wie sieht der Alltag einer Obfrau aus?

Zunächst bin ich die Person, die den Verein nach Außen vertritt. Ich halte Begrüßungsreden, Ansprachen, überreiche Geschenke, muss aber auch Begräbnisreden halten.

Vieles passiert über Email und vieles passiert im Hintergrund, so dass die meisten gar nicht genau wissen was eine Obfrau eigentlich macht (glaube ich). Es sind aber gerade die versteckten Arbeiten, die so viel Aufwand brauchen. Die Proben kann ich nicht mehr so genießen wie früher – es gehört zu meinen Aufgaben an alle Geburtstage zu denken und zu gratulieren, alles wichtige vor der Pause zu verkünden, alle Ausrückungen ins Detail zu organisieren, die Gage zu verhandeln, das Jahr so früh wie möglich zu planen, die Finanzen im Blick zu halten und so weiter und so weiter… Als meine wichtigste Aufgabe sehe ich aber, jedes meiner Mitglieder gut zu kennen. Ich muss die erste Anlaufstelle sein für Probleme, Fragen oder Anregungen jeglicher Art. Ich versuche immer viel Motivation und Energie zu geben, damit alle motiviert sind und bleiben. Ich möchte unseren Verein voranbringen und habe große Ziele – aber wenn nicht alle mitmachen, wird es nicht gelingen.

14) Willst du noch etwas Abschließendes sagen?

Ich bin so froh, dass ich meine Kagraner habe. Ohne sie wäre ich nie da wo ich jetzt bin. Meine berufliche Karriere habe ich sicher zum Großteil meinen Social Skills zu verdanken, die ich im Verein bekommen und gelernt habe (wie zB: bitte immer miteinander reden!). Auch wenn das Amt der Obfrau oft mega stressig und anstrengend ist – ich gehe voll auf in der Rolle und bin froh, dass mir meine Mitglieder so vertrauen. Jeder, der neu dazukommen möchte, ist immer willkommen bei uns und darauf bin ich auch so stolz: jeder, der bei uns vorbeikommt wird mit so viel Herz empfangen – das ist für mich einmalig! Einmal Kagraner – immer Kagraner – und ich liebe es eine Kagranerin zu sein!

Obfrau

Schlussworte

Spätestens jetzt merkt man was für ein großes Musikerherz die Obfrau von Kagran in sich trägt.

Ein Verein – Immer aktuell

Sandra ist es ganz besonders wichtig alle Vereinsmitglieder gleich zu behandeln – es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen. Und zwar nicht nur die „Großen“, sondern auch das Jugend- und das Seniorenorchester. Wir sind ja alle zusammen EIN VEREIN. Großer Wert wird auch auf den Informationsstand der Musiker über die aktuellen Entwicklungen gelegt. So wird nach jeder Vorstandssitzung zusammengefasst was neu ist und was bleibt.

Genaueste Kassaprüfung

Nach dem 4-Augen-Prinzip werden die Spendeneinnahmen gezählt.

Social Media/Soziale Netzwerke

Neben ihrer enorm wichtigen Position, hat sie auch noch die brandneue Website aufgesetzt und betreut diese nach wie vor (gemeinsam mit Barbara S.). Beide bestücken diese regelmäßig mit spannenden neuen Beiträgen. Die Blasmusik Kagran geht mit der Zeit, in der heutzutage Social-Media ein extrem wichtiger Bestandteil geworden ist – daher findet ihr die Kagraner auf Facebook und seit neuesten auch auf Instagram!

All das gibt es seit Sandra im Amt ist! Es wird noch einiges kommen und dank dieser Obfrau wird die Blasmusik Kagran richtig durchstarten!

Anmerkung: Ein großer Dank gilt meiner lieben Schwester Meli, die das Interview mit mir geführt hat und die tollen einleitenden und Schluss-Worte verfasst hat.